Arbeit, fertig, los

Kulturlandsgemeinde 2011, Herisau und St. Gallen

Ar­beit ges­tern und heute, Sinn von Ar­beit und Sor­gen, Ar­beit und Kunst und Fra­gen für mor­gen

Das po­li­tisch-kul­tu­rel­le Mi­ni­fes­ti­val wid­me­te sich 2011 breit und viel­fäl­tig der Ar­beit: dem Wan­del von Ar­beits­wel­ten, der un­auf­halt­sam schei­nen­den Ent­wick­lun­gen der Märk­te, der Über- und Un­ter­for­de­rung am Ar­beits­platz, der Ar­beit als Quel­le von In­spi­ra­ti­on und Kre­a­ti­vi­tät, dem Ver­hält­nis von Kunst und Ar­beit, von Ori­gi­na­li­tät und Re­pro­duk­ti­on. Ar­beit stif­tet Sinn, gibt Ori­en­tie­rung und schafft Werte. Ar­beit ist Quel­le des Glücks, für die einen. An­de­re lei­den unter dem wach­sen­den Druck am Ar­beits­platz, unter zu­neh­men­der Hek­tik, Mo­no­to­nie und feh­len­der Wert­schät­zung. Die Kul­tur­lands­ge­mein­de 2011 führ­te am Sams­tag bei der HU­BER+­SUH­NER AG in He­ris­au und am Sonn­tag im Sit­ter­werk in St.Gal­len Ex­po­nent:innen aus Wirt­schaft, Po­li­tik und Wis­sen­schaft, Künst­ler:innen und Be­urfs­leu­te aus un­ter­schied­lichs­ten Bran­chen zu­sam­men.

2011 wurde die «klei­ne Kul­tur­lands­ge­mein­de» zur «Kul­tur­lands­ge­mein­de Ap­pen­zell Aus­serr­ho­den» und trat mit neuem Er­schei­nungs­bild auf. Seit­her be­glei­ten die ge­schnitz­ten Pik­to­gram­me von An­ge­la Kurat­li jede Kul­tur­lands­ge­mein­de und ma­chen das je­wei­li­ge Thema vi­su­ell greif­bar, lösen As­so­zia­ti­o­nen aus oder las­sen schmun­zeln.

«Das hat uns Grafiker aus der Komfortzone von Bildschirm, Raster und Regeln gelockt: Raus ins Wetter, an Orte, durch die man höchstens vielleicht mal durchgefahren ist...»

Fotos: Katalin Déer

Fotos: Peter Schütz

Mitwirkende

Me­lin­da Nadj Abonji
Urs Alder
Wer­ner Alder
Chris­ti­ne Ax
Lynn Blatt­mann
Ina Boesch
Karin Büh­ler
Eva Fei­er­abend
Urs Fritz
In­g­rid Grave
Ba­r­ba­ra Gug­gen­bühl
Alex Ha­ni­mann
Ines Hon­sel
Jurc­zok 1001
Tho­mas Ka­piel­ski
An­ge­la Kurat­li
Felix Leh­ner
Da­ni­el Merz
Esther Nie­der­mann
Ur­su­la Palla
Jac­ques Pi­card
Ka­thrin Rög­g­la
Clau­dia Ro­em­mel
Hans Ruh
Anina Schen­ker
Franz Schult­heis
Ru­dolf Stämpf­li
Peter Sur­ber
Ru­dolf H. Strahm
Hans­jörg Wal­ter

Konzeptgruppe

Su­zet­te Beck
Mar­grit Bürer
Heidi Ei­sen­hut
Gisa Frank
Han­spe­ter Spör­ri
Lars Thoma

Die Künst­le­rin­nen Karin K. Büh­ler und Ur­su­la Palla er­a­r­bei­te­ten im Vor­feld mit fo­to­gra­fi­schen Mit­teln künst­le­ri­sche Per­spek­ti­ven auf das Thema und ein the­ma­tisch pas­sen­des Film­pro­gramm wurde in den Kinos in Hei­den und He­ris­au ge­zeigt.

Am Sams­tag boten ver­schie­de­ne Werk­stät­ten Ein­bli­cke in künst­le­ri­sche, ge­werb­li­che und in­dus­tri­el­le Ar­beits- und Ent­wick­lungs­pro­zes­se: in das Hack­brett­bau­en mit Wer­ner Alder, die Ent­wick­lung eines The­a­ter­stücks mit Ines Hon­sel, die Ge­stal­tung von Holz­schnitt-Pik­to­gram­men mit An­ge­la Kurat­li und Urs Fitz, die Lauf­bahn­be­ra­tung mit Esther Nie­der­mann, Eva Fei­er­abend und Ba­r­ba­ra Gug­gen­bühl, das Kunst­gies­sen mit dem Team des Sit­ter­werks und das Ent­span­nen mit Clau­dia Ro­em­mel. Bei vier Platt­form-Ge­sprä­chen wurde über his­to­ri­sche, kul­tu­rel­le, ge­sell­schaft­li­che und wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ven auf Ar­beit de­bat­tiert: Es ging um den Wan­del der Ar­beits­wel­ten, um Kunst als Ar­beit als Kunst, um Sinn von Ar­beit und Sor­gen rund um die Ar­beit, und um Op­ti­o­nen der Ar­beits­welt von mor­gen. Am Sams­tag­abend wurde in Zu­sam­me­n­a­r­beit mit Fan­to­che, dem in­ter­na­ti­o­na­len Fes­ti­val für Ani­ma­ti­ons­film in Baden ein the­ma­ti­sches Pro­gramm mit in­ter­na­ti­o­na­len und Schwei­zer Kurz­fil­men ge­zeigt.

Am Sonn­tag tra­fen sich die Kul­tur­lands­ge­mein­de-Be­su­cher:innen zu einer Füh­rung im Sit­ter­werk, die Send­schrift wurde ver­le­sen und die Au­to­rin und Buch­preis­trä­ge­rin Me­lin­da Nadj Abonji, mu­si­ka­li­sche be­glei­tet von Jurc­zok 1001 las aus ihrem Buch «Tau­ben flie­gen auf». Das Pu­bli­kum wähl­te die Hand der Kul­tur­lands­ge­mein­de 2011, aus den am Vor­tag in der Werk­statt ent­stan­de­nen Gips­hän­de. Die Sie­ge­rin er­hielt ihre Hand von der Kunst­gies­se­rei in Bron­ze ge­gos­sen.

Erinnerungen

Als Begleiter für die Grafik und Inszenierung vor Ort seit frühester Stunde konnten wir aus nächster Nähe das Erwachsen der Kulturlandsgemeinde aus der Idee zum regelmässigen Kultur-Anlass miterleben. Es war immer wieder Improvisationstalent gefragt, um der Szenografie der Veranstaltung vor Ort das nötige Gewicht zu verleihen. Das hat uns Grafiker aus der Komfortzone von Bildschirm, Raster und Regeln gelockt: Raus ins Wetter, an Orte, durch die man höchstens vielleicht mal durchgefahren ist, mit der Aufgabe an diesem Flecken ein Zeichen zu setzen, dass hier etwas Aussergewöhnliches stattfinden wird. Diese gemeinschaftlichen Ausflüge im Kontext der Kulturlandsgemeinde haben uns neue Perspektiven, neue Reflektionen zu diesen Orten, Landschaften und nicht zuletzt wichtige Begegnungen mit Menschen verschafft, die unser Verständnis des Kantons neu geprägt haben: eine Erfahrung, die wir nicht missen wollen.

Jürg Waidelich und Sascha Tittmann, Büro Sequenz
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Im Land der Fremden

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