Ich bin so frei

Kulturlandsgemeinde 2012, Wienacht-Tobel und Lutzenberg

Frei­spie­le, Frei­heits­rech­te, Frei­geis­ter

Frei­heit Frei­zeit Frei­wil­lig­keit un­frei vo­gel­frei keim­frei Frei­heits­baum Re­de­frei­heit Mei­nungs- und Ver­samm­lungs­frei­heit Frei­sinn Frei­bier Frei­raum glu­ten­frei hus­ten­frei rauch­frei ge­dan­ken­frei Frei­tag Frei­tod Frei­heits­recht Frei­pass Frei­geist spiel­frei Frei­den­ker Frei­schwim­mer frei

Das po­li­tisch-kul­tu­rel­le Mi­ni­fes­ti­val brach­te 2012 Fach­leu­te aus Ge­schich­te, Recht, Po­li­tik, Kul­tur und Re­li­gi­on an einen Tisch und lud zu frei­er Rede, Kunst und Spiel bei meist frei­er Sicht auf Berg und See.

«Die Kulturlandsgemeinde ist ein wunderbarer Denk- und Begegnungsraum, den ich mit vielen inspirierenden Momenten in Verbindung bringe.»

Fotos: Peter Schütz

Mitwirkende

Ba­r­ba­ra Bau­mann
Fanny Bräu­ning
Mar­tin Flüe­ler
An­ni­na Freh­ner
Bruno Gäh­wi­ler
Tho­mas Gei­ser
Ma­r­cel Geis­ser
Paul Giger
Gret Hal­ler
Mi­ri­am Herz­berg
Gott­fried Ho­neg­ger
Bea­trix Jess­ber­ger
Eli­sa­beth Joris
Richi Küt­tel
Mar­tin Kut­te­rer
Kutti MC
Do­me­nic Lang
Peter Liech­ti
Dra­gi­ca Ra­jčić
Ma­r­cus Schä­fer
Gott­fried Schatz
Da­ni­el Scherf
Verena Schoch
Con­stan­tin Seibt
An­dre­as Sei­del
Ro­ber­to Si­ma­now­ski
Bet­ti­na Spoer­ri
Karl Stad­ler
Ur­su­la Ta­ra­vel­la

Konzeptgruppe

Mar­grit Bürer
Heidi Ei­sen­hut
Gisa Frank
Petra Schmidt
Han­spe­ter Spör­ri
Peter Sur­ber

Am Sams­tag wurde im Al­pen­blick in Wie­nacht-Tobel in drei Platt­form-Ge­sprä­chen über das Recht auf Frei­heit, den Kampf um Frei­heit und das Glück der Frei­heit de­bat­tiert. Gleich­zei­tig luden Werk­stät­ten zum frei­en Tun, Er­le­ben und Be­geg­nen ein: Pa­pier­flug­zeu­ge her­stel­len mit Mar­tin Flüe­ler, Trom­meln mit Mar­tin Kut­te­rer, Me­di­tie­ren mit Bea­trix Jess­ber­ger, Be­ob­ach­ten mit den Spä­her:innen der Kan­tons­schu­le Tro­gen oder Blu­men­bom­ben vor­be­rei­ten mit Bruno Gäh­wi­ler. Künst­le­ri­sche In­ter­ven­ti­o­nen er­mög­lich­ten Per­spek­ti­ven­wech­sel: das Mini-The­a­ter­stück für je­weils eine Zu­schau­er:in mit Ma­r­cus Schä­fer, die Klang­in­stal­la­ti­o­nen und Graf­fi­ti-Ar­bei­ten von Schü­ler:innen aus Lut­zen­berg, die Vi­deo­in­ter­views von Verena Schoch, der Do­ku­men­ta­r­film «No More Smoke Si­gnals» von Fanny Bräu­ning und die Raum­in­stal­la­ti­on «Tran­sit» von An­ni­na Freh­ner. Diese war im Vor­feld in Zu­sam­me­n­a­r­beit mit Asyl­su­chen­den in einem Stock­werk des ehe­ma­li­gen Kur­ho­tels und Asyl­durch­gangs­zen­trums Al­pen­blick ent­stan­den. Am Abend spiel­te Kutti MC ein Kon­zert mit dem Titel «Frei­schwim­mer».

Am Sonn­tag traf sich die Kul­tur­lands­ge­mein­de in der Schu­le Gitz­bü­chel in Lut­zen­berg. Nach der Ver­le­sung der Send­schrift bil­de­ten ein Re­fe­rat des Künst­lers Gott­fried Ho­neg­ger sowie Im­pro­vi­sa­ti­o­nen vom Mu­si­ker Paul Giger den Ab­schluss des zwei­tä­gi­gen Fes­ti­vals.

Erinnerungen

Im Vorfeld der Kulturlandsgemeinde verbrachte ich sechs beeindruckende Wochen mit Asylsuchenden aus Bosnien, Kosovo und Serbien im ehemaligen Durchgangszentrum Alpenblick. Gemeinsam bauten wir die Stockwerksinstallation «Transit» auf. Die zehn Männer waren mit ihren Familien in die Schweiz geflüchtet, um auf einem idyllischen Hügel zu stagnieren und dort einer jungen Frau zu helfen, ein altes, schönes Haus durch einen dysfunktionalen baulichen Eingriff der Kunst wegen zu «zerstören» – eine absurde Ausgangslage. Ohne viele Worte bauten wir allmählich gegenseitiges Verständnis auf. Wir assen täglich zusammen in der Asylheimkantine, wo ich einen Eindruck ihrer misslichen und aussichtslosen Lage erhielt. Unsere kleine Baustelle gestalteten wir mit viel Humor und starkem Kaffee. Die Kulturlandsgemeinde war für mich eine glückliche Zeit.

Annina Frehner, Bildende Künstlerin

Die Kulturlandsgemeinde ist ein wunderbarer Denk- und Begegnungsraum, den ich mit vielen inspirierenden Momenten in Verbindung bringe. Ich erinnere mich gern an meinen Auftritt an der Kulturlandsgemeinde 2012, auch wenn meine Erinnerungen nicht mehr ganz genau sind.

Ich weiss noch, dass ich ein spezielles theatrales Format zum Thema «innerer bzw. äusserer Freiheit» angeboten habe. Die Besuchenden mussten sich entscheiden, in einen von zwei zur Wahl stehenden Räume zu kommen. Dort spielte ich ihnen einzeln einen kurzen Monolog vor, der angelehnt war an «Striptease», ein absurdes Theaterstück aus den 1960er Jahren des polnischen Autors Sławomir Mrożek. Es gab zwei Varianten, je nachdem, welchen Raum man wählte. Simuliert wurde, dass man mich mit dem Zuschauenden in diesem Raum einschloss.

«Was ist Freiheit? Die Fähigkeit, eine Wahl zu treffen. Solange ich hier sitze und weiss, dass ich durch diese Tür hinaustreten kann, bin ich frei. Sobald ich aber aufstehe und hinausgehe, habe ich bereits gewählt, die Möglichkeiten meines Verhaltens eingeschränkt, die Freiheit verloren und mich zum Gefangenen meiner Handlung gemacht. Ich sitze, aber ich kann hinausgehen. Wenn ich hinausgehe, schliesse ich die Möglichkeit des Sitzenbleibens aus. Und dabei fühle ich mich wohl. Die uneingeschränkte innere Freiheit, das ist meine Antwort auf den geheimnisvollen Zwischenfall.» (aus: «Striptease», Theaterstück von Sławomir Mrożek).

Mrożek Stück behandelt auf absurde Weise den Umgang des Menschen mit dem Leben in einem totalitären System und die daraus resultierenden Deformationen. Ich weiss noch, dass manche Zuschauenden beide Varianten wählten, um nichts zu verpassen.

Marcus Schäfer, Schauspieler
Ballon
Bier
Glace
Gesetz
Statue
Geld
Vogel
Rollbrett
Sprechblasen
Wolken
Mikrofon
Schiff
Taucher
Waage
Uhr
Arbeit, fertig, los

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