Mitten am Rand

Kulturlandsgemeinde Appenzell Ausserrhoden 2014, Schönengrund

Zen­trum oder Pe­ri­phe­rie? Schö­nen­grund oder Zü­rich?

Die Kul­tur­lands­ge­mein­de 2014 ging an die Rän­der. In Schö­nen­grund, an der Kan­tons­gren­ze, frag­te das Fes­ti­val nach dem Ver­hält­nis von Mitte und Rand, Zen­trum und Pe­ri­phe­rie. Die Aus­serr­ho­der Kul­tur­lands­ge­mein­de liegt ih­rer­seits ab­seits – zu­min­dest von Zü­rich aus ge­se­hen. Um­ge­kehrt ist der An­lass, im zehn­ten Jahr sei­ner Durch­füh­rung, bei einem brei­ten Pu­bli­kum eta­bliert. Hier wie über­all kommt es also auf Stand­ort und Blick­win­kel an. Der will geübt und re­flek­tiert sein.

«In meiner Rede tauchte Schönengrund mit seiner anregenden Vergangenheit auf, und ich malte eine beunruhigend eilige Bebauung Appenzells aus.»

Fotos: Hannes Thalmann

Mitwirkende

Ba­r­ba­ra Auer
Jean­ne Devos
Mi­cha­el Elber
Lukas Erat
Karin Enz­ler
Zsuz­san­na Gahse
Georg Gat­sas
Gal­lus Hess
Pa­trick Kess­ler
Gal­lus Knecht­le
Peter Moesch
Louis Ri­baux
Anna Schind­ler
As­trid Stau­fer
Anna Stüs­si
Künstler­grup­pe FMSW (Fal­ler Mieth Stüs­si Weck)
Kas­par Sur­ber
Rai­ner Voss
Mo­ritz Wit­tensöld­ner
Ri­chard Wolff

Konzeptgruppe

Mar­grit Bürer
Heidi Ei­sen­hut
Gisa Frank
Petra Schmidt
Han­spe­ter Spör­ri
Peter Sur­ber
Ueli Vogt

In drei Platt­form-Ge­sprä­chen um­ran­de­ten und zen­trier­ten Fach­leu­te aus Kunst und Kul­tur, Po­li­tik und Ge­sell­schaft das Thema: geo­gra­fisch und raum­pla­ne­risch, ge­sell­schaft­lich und le­bens­ge­schicht­lich. Wer de­fi­niert die Per­spek­ti­ven und die Hi­er­a­r­chie des Blicks? Was wird in den Zen­tren be­stimmt und was wird nur an den Rän­dern mög­lich? Wann ge­ra­ten Men­schen und The­men an den ge­sell­schaft­li­chen Rand? Wer mit­tet ein und wer schliesst aus? Warum träu­men viele von einem Leben in der Mitte und wie gehen wir mit le­bens­ge­schicht­li­chen Um­brü­chen um? Neben den De­bat­ten lud der Spiel-Er­fin­der Mo­ritz Wit­tensöld­ner Jung und Alt zum Spiel ohne Gren­zen, die Kul­tur­lands­ge­mein­de wurde zum Spiel­platz über Ge­ne­ra­ti­o­nen­gren­zen hin­weg: Tisch-, Hal­len-, Be­zie­hungs­spie­le, New Games und Klas­si­ker, al­lei­ne, in Teams, mit- und ge­gen­ein­an­der. Die Künst­ler:in­nen­grup­pe FMSW (Fal­ler Mieth Stüs­si Weck) such­te nach der Mitte der Erde, sie grub vor und wäh­rend der Kul­tur­lands­ge­mein­de ein tie­fes Loch. Der Fo­to­graf Georg Gat­sas wei­te­te den Blick zwi­schen Wald­s­tatt und Lon­don und die Schau­spie­le­rin­nen Jean­ne Devos und Karin Enz­ler mach­ten Schö­nen­grund zu den Bret­tern, wel­che die Welt be­deu­ten.

Am Sonn­tag gab es eine Live-Schal­tung in die Me­tro­po­le, die Aus­serr­ho­der Kul­tur­lands­ge­mein­de war für ein­mal auch im ab­ge­le­ge­nen Zü­rich, im Haus Ap­pen­zell, mit­zu­er­le­ben. Eben­falls vor Ort waren die Schau­spie­le­rin Karin Enz­ler und der Mu­si­ker Pa­trick Kess­ler. Es wurde die Send­schrift ver­le­sen, die Schrift­stel­le­r­in Zsuz­san­na Gahse hielt eine Rede zum Thema und es gab tiefe Ein­bli­cke Rich­tung Zen­trum der Erde. Die Gast­kö­che Gal­lus Knecht­le und Lukas Ehrat sorg­ten wäh­rend der bei­den Fes­ti­val­ta­ge für gren­zen­lo­sen Ge­nuss, über­ra­schen­de Be­geg­nun­gen und ver­blüff­ten mit einer blü­hen­den Mit­tags­ta­fel.

Erinnerungen

Als ich in Schönengrund die Strickhäuser sah, einige wenige Häuser dicht neben einander, eine Anfangsvision vom Städtischen, interessierte mich ohnehin die Frage, wie eine kleinste Stadt definiert werden könnte, und im Appenzellerland fand ich noch weitere Häusergruppen mit diesem sichtbaren Zusammenhalt. Zugleich dachte ich an das ehemals kleine Athen, an das spätere Rom, an das heutige New York, und hatte die sich ausbreitenden Neubaugebiete vor Augen, die ich auch ausserhalb der Schweiz kenne. Die nicht zu bremsende Bauwut zeigt kaum je städtische Momente und nichts vom gewachsenen Zusammenhalt der bestrickenden Strickhäuser.

In meiner Rede tauchte Schönengrund mit seiner anregenden Vergangenheit auf, und ich malte eine beunruhigend eilige Bebauung Appenzells aus. Kurz darauf übernahm ich Passagen für eine ähnliche topographische Situation im Thurgau, für mein Buch «Jan, Janka, Sara und ich». Somit ist jetzt Appenzell mit dem Thurgau gut verstrickt.

Zsuzsanna Gahse, Schriftstellerin

Das Kochen könnte ohne Weiteres auch die Wertschätzung der ältesten und übergeordneten Kunst aller Künste erhalten. Das Kochen als ein wichtiges Kulturgut betrachten – eine spannende Perspektive!

Gallus Knechtle, Koch und Wirt
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wohl oder übel

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