wahr
scheinlich
fabelhaft

Kulturlandsgemeinde 2016, Stein AR

In Stein ge­meis­selt?!

Über­zeu­gen­de Ge­schich­ten und be­ste­chen­de Wahr­hei­ten. Mit Fak­ten be­legt, glaub­haft er­zählt, mög­li­cher­wei­se wahr, mit hoher Wahr­schein­lich­keit er­fun­den, über jeden Zwei­fel er­ha­ben. Sta­tis­ti­ken und In­ter­pre­ta­ti­o­nen. Le­gen­den und In­sze­nie­run­gen. Mut­mas­sun­gen und Zau­ber­tricks. An wel­cher Wahr­heit hal­ten Sie fest? Wel­che Ge­schich­te fas­zi­niert Sie? Woran möch­ten Sie glau­ben?

Die Kul­tur­lands­ge­mein­de 2016 lud ein zum ge­mein­sa­men Nach­den­ken über Wahr­heit, Dich­tung und Lüge. Im und um das Mehr­zweck­ge­bäu­de in Stein AR un­ter­such­te das Fes­ti­val, wer für wel­che Wahr­hei­ten ein­steht, wie sie Glaub­wür­dig­keit er­lan­gen und wo sie Wir­kung ent­fal­ten. Die Kul­tur­lands­ge­mein­de frag­te, wel­che Spiel­räu­me Er­zäh­lun­gen er­öff­nen, wann die rich­ti­ge Ge­schich­te zählt und wie Le­gen­den zu neuen Wahr­hei­ten wer­den. Und Stei­ne kamen ins Rol­len: zwi­schen ver­schie­de­nen Schwei­zer Ge­mein­den mit dem Namen «Stein» und beim Stein­stos­sen mit dem Frau­en­turn­ver­ein Stein AR. Wäh­rend zwei Tagen tausch­ten sich Fach­leu­te aus Kul­tur, Wis­sen­schaft, Me­di­en und Ge­sell­schaft mit dem Pu­bli­kum über In­ter­es­sen und Ver­ant­wor­tun­gen von Wahr­heits­au­to­ri­tä­ten, Ge­schich­ten­er­zäh­ler:innen und Zau­ber­künst­ler:innen aus.

«Die Kulturlandsgemeinde verhalf mir immer wieder zu einzigartigen, speziellen, wunderbaren Begegnungen mit ‹furchtbar› interessanten, spannenden, kreativen, lieben und schwierigen Personen.»

Fotos: Hannes Thalmann

Mitwirkende

Mar­kus Bi­schof
Ka­ta­lin Deér
Sher­ko Fatah
Frau­en­turn­ver­ein Stein AR
Katja Gen­ti­net­ta
Mar­kus Gsell
Juli Gu­de­hus
Ste­fan Kel­ler
Phil­ipp Lan­ge­neg­ger
Anne C. Mar­tin
Emil Mül­ler
René Näf
Marco Paniz
Mar­tin Rutz
Mi­ri­am Stur­ze­neg­ger
Jamil Tafaz­zo­li­an
Se­bas­ti­an To­b­ler
Wer­ner van Gent
Petra Volpe
Mi­cha­el von Graf­fen­ried
Pius Wal­ker
Tho­mas Wid­mer
Ja­ni­na Woods

Konzeptgruppe

Mar­grit Bürer
Heidi Ei­sen­hut
Gisa Frank
The­res In­au­en
Gal­lus Knecht­le
Petra Schmidt
Han­spe­ter Spör­ri
Ueli Vogt

In drei Platt­form-Ge­sprä­chen wurde über den Wunsch nach Kla­r­heit, ver­schie­de­ne Er­zähl­per­spek­ti­ven und den Um­gang mit Ge­heim­nis­sen und Lü­gen­ge­schich­ten de­bat­tiert. Zum Auf­takt der Ge­sprä­che zeig­te der Neu­ro­lo­ge und Zau­be­rer Mar­tin Rutz über­ra­schen­de Zau­ber­tricks. Werk­stät­ten und eine Um­fra­ge lud ein, Tat­sa­chen zu schaf­fen, noch un­be­kann­te Wirk­lich­kei­ten zu ent­de­cken und ver­gan­ge­ne Wahr­hei­ten in Er­in­ne­rung zu rufen: Der Schau­spie­ler Marco Paniz sam­mel­te Kind­heits-Wahr­hei­ten, die Game De­si­g­ner:innen Se­bas­ti­an To­b­ler und Ja­ni­na Woods gaben Ein­bli­cke in di­gi­ta­le Re­a­li­tä­ten, der Schau­spie­ler Phil­ipp Lan­ge­neg­ger führ­te durch das Ap­pen­zel­ler Volks­kun­de-Mu­se­um Stein, der Zau­be­rer Jamil Tafaz­zo­li­an führ­te in die Zau­ber­kunst ein, der Ra­diäs­thet und Bau­phy­si­ker René Näf such­te zu­sam­men mit den Be­su­cher:innen ver­bor­ge­nen Schwin­gun­gen und der Gym­na­si­al­leh­rer Emil Mül­ler erhob eine Sta­tis­tik zum Kul­tur­lands­ge­mein­de-Pu­bli­kum. Die Künst­le­rin­nen Mi­ri­am Stur­ze­neg­ger und Ka­ta­lin Deér frag­ten in ihren künst­le­ri­schen In­ter­ven­ti­o­nen da­nach, wie sich Re­a­li­tät zu­sam­men­setzt. Am Sams­tag­abend ent­führ­ten die Wal­li­ser Ge­schich­ten­er­zäh­le­rin Anne C. Mar­tin und die Mu­si­ker Mar­kus Bi­schof und Mar­kus Gsell in eine Welt vol­ler mär­chen­haf­ter Er­zäh­lun­gen und be­rau­schen­der Klän­ge.

Am Sonn­tag­mor­gen wurde auf die Er­kennt­nis­se des ers­ten Fes­ti­val­tags zu­rück­ge­blickt, die tra­di­ti­o­nel­le Send­schrift wurde ver­le­sen und der Fo­to­graf Mi­cha­el von Graf­fen­ried hielt die Sonn­tags­re­de. Wäh­rend die einen an­sch­lies­send die ge­heim­nis­voll ver­deck­te Tafel vom Koch Gal­lus Knecht­le er­kun­de­ten, wan­der­ten an­de­re mit dem Wan­der­ko­lum­nis­ten Tho­mas Wid­mer rund um Stein AR.

Erinnerungen

Im Frühling 2016 tagt die Ausserrhoder Kulturlandsgemeinde in Stein. Im Dorf meiner Familie, meiner Kindheit. Ich bin eingeladen zu einem Podiumsgespräch über die verschiedenen Gemeinden mit dem Namen Stein, die es in unserem Land gibt. Mit einer Freundin aus Zürich, die angereist ist, um, wie sie sagt, zu «networken», drifte ich übers Gelände, erkläre ihr dies und das. An einem langen Tisch der Festwirtschaft sehe ich Alfred Stricker. Der, aus Stein und Regierungsrat, ist für mich simpel «der Alfred», der mit meinem zwei Jahre älteren Bruder in die Primarschule gegangen ist. Man kennt sich, ich sage «hoi» und setze mich mit der Zürcher Freundin neben ihn und sehe gleich, dass da noch ein weiterer Bekannter sitzt. Matthias Weishaupt. Der ist auch Regierungsrat, ist für mich aber simpel «der Matthias», ich kenne ihn von der Kanti Trogen, ich ging in dieselbe Klasse wie sein Bruder. «Hoi, Matthias, wie gehts?» So ist das in Ausserrhoden, ist man dort aufgewachsen, kennt man die halbe Regierung. Irgendwann wird mir dann klar, dass ich am offiziellen Tisch für geladene Gäste und Funktionäre Platz genommen habe, da ist auch ein bekannter Politiker aus der Romandie. Peinlich ist das nicht und auch kein Grund, den Tisch zu wechseln. In Ausserrhoden ist die Macht zugänglich und umgänglich. So soll es sein. Und meine Zürcher Freundin hat das heftig beeindruckt.

Thomas Widmer, Journalist

Die Kulturlandsgemeinde verhalf mir immer wieder zu einzigartigen, speziellen, wunderbaren Begegnungen mit «furchtbar» interessanten, spannenden, kreativen, lieben und schwierigen Personen. Sie brachte mich zum Glühen, zum Zusammenreissen und zum «einfach machen». Sie brachte mich zu einer schneereichen Überraschung in Teufen und zu vielen neuen Entdeckungen, die ich sonst nie gesehen, gehört und erlebt hätte. Die Kulturlandsgemeinde fordert. Im Ausblick wünsche ich mir eine weite Sicht, weniger Intellekt, mehr Fleisch, Salat, Hülsenfrüchte, Kooperationen und allgemein: immer wieder frisch, unkonventionell und bunt wie das Appenzellerland es ist.

Rubel U. Vetsch, Koordination Technik, Logistik, Produktionsleitung
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